HAIKU

Röma stoana haufn
Schweinas Tschiwerln mit Pommfritt
Goidne mosaik..                                        (PULA, POREC usw)

Itaka Slowen
Bosniakn Serm Krowotn
Jugos sans alls zsamm!

14.07.2007 04:52

 

 

High heels und Sepplhosen

Eine Empörung

Die Freitagbeilage der PRESSE ist ja immer eine geschmackliche Zumutung und – mit Ausnahme der Kolumnen – ziemlich überflüssig.

Diesmal aber neuer Negativrekord: Allein schon die Titelseite mit dem üblichen Weberknechtmodel auf Stöckelschuhen und in Sepplhosen, dazu der znepfte Kunstpelz – Kein Wunder daß die Felswand hinten – übrigens das einzig wirklich Schräge an dem Bild !! – grau ist vor Ärger!

Es wird ja gesagt, daß die Modeschöpfer alle miteinand Frauenhasser sind bzw diese zumindest „gering“schätzen, und daß ein geheimer Wettbewerb im Gang ist, was man den Weibern alles aufschwatzen kann….

(Zur PRESSE – Beilage vom 13. 12. 2008)

16.12.2008

 

 

Über das „posting“ im Internet

Heute Paellarezept im I. gesucht, weiter nicht wichtig, aber: Es gab eine Menge „Postings“ und die hab ich mir angeschaut:

Eigentlich haben alle „Postler“ irgendeinen Schaden. Da gibt’s zB die Besserwisser („habe noch nie Tomaten in einer P. gesehen…“), einer glaubt kundtun zu müssen, daß eine P. wegen der toten Viecher sowieso GAGA ist, der wird  zu Recht mehrfach gebügelt („ist mir doch wurscht was diesem Löli nicht schmeckt…“), einer zitiert was auf Latein aber FALSCH, sodaß das Zitat – si tacuisses usw. – am allerbesten auf ihn selbst zutrifft – da freut sich der Mönch!

Gern wird auch die 10 – Worte aber jetzt MUSS ein Beistrich her – Regel genommen, am End ist was Wahres dran??? Dann gibt’s natürlich die Legasthenikerpartie mit ihren Wechstabenverbuchslungen (Hans Weigel schau oba!) und die vielen vielen, die „nachher durchlesen für feig“ halten….

Alles in allem erstaunlich oder auch nicht, wer da aller in die Tasten gehaut hat…

1 einziger Beitrag war dabei, der nicht völlig überflüssig erscheint und der einen interessanten Aspekt in die „Frage“ was in eine P. gehört hineinbringt, nämlich daß das Wort aus dem Arabischen  (die Mauren wieder) kommt und „Abfälle“ bedeutet, diese nämlich wurden in den Vorratshäusern der Reichen regelmäßig gesammelt, verkocht und an die Armen verteilt!!

Jetzt weiß ich, warum die Speicherkapazität der Kompinger alle paar Jahre vervielfacht werden MUSS: damit ein jeder zu jedem Thema, besonders zu den Themen von denen er nichts aber schon gar nix versteht senen Scheiß absondern bzw. sich zu allem „Äusserln“ kann was so daherkommt beim „Sörfn“.

09.11.2007 22:59

 

 

 

1943

Ich bin im Mai 1943 geboren, also ein „Kriegskind“, habe allerdings vom Krieg selbst natürlich nichts mitbekommen. Mein leiblicher Vater ist im Krieg gefallen. Vorher wurde die Ehe allerdings schon geschieden, was ich erst viel später und durch Zufall herausfand…

In meinem Elternhaus, das aus Mutter, Opa und (zunächst noch) Oma bestand – später heiratete meine Mutter den „Onkel Willi“ – wurde vom Krieg bzw. der Vergangenheit (mir gegenüber ??) wenig gesprochen. Der neue Vater brachte dann Geschichten aus beiden (!!) Weltkriegen mit, da er auch noch den ersten 2 Jahre lang mitgemacht hatte. Weil sich die Geschichten wiederholten und auch sehr langatmig vorgetragen wurden, verlor ich leider bald das Interesse und hab mir nur wenig gemerkt . Mein Adoptivvater war ein „Illegaler“ – also ein  früh der Partei beigetretener Nazi, der seine Begeisterung nach dem Anschluß allerdings (angeblich) sehr bald verlor, und zwar wegen der zahlreichen „Reichsdeutschen“, die ins Land kamen, Führungspositionen einnahmen und ihre Sitten und Gebräuche mitbrachten. Mit besonderem Abscheu erzählte er von „Schnitzel mit Tunke“ und anderen absonderlichen Speisen. Von der Ideologie her ist mir wenig in Erinnerung, er hatte „sympathische Juden“ gekannt, dürfte aber sonst (Wiener!) schon dem altösterreichischen Antisemitismus angehangen haben. Hierin herrschte übrigens Einigkeit bei meinen Eltern, auch meine Mutter hatte zwar nichts Konkretes gegen „die Juden“, dürfte aber durchaus damit einverstanden gewesen sein, daß man ihnen ihr Geld wegnahm und sie verjagte – man hätte sie deswegen ja nicht gleich umbringen müssen…im übrigen hat man davon ja nichts gewußt und dann war es außerdem lebensgefährlich, „etwas“ gewußt zu haben…

Konkret ist mir nur wenig in Erinnerung geblieben:

- Äußerung meiner Mutter über Juden „In Bad Ischl konnte man die juwelenbehängten jüdischen Arztensgattinen promenieren sehen“

- Nach dem „Zusammenbruch“ waren amerikanische Soldaten in unserer Wohnung, ein „jüdischer“ Ami hat  im Keller unsere Kalkeier entdeckt und „gefressen“

Aus den Erzählungen meines Vaters merkte ich mir nur, daß es ihm im Krieg relativ gut ging, er war „bei der Luftwaffe“ in Frankreich und bei Kriegsende in München, wahrscheinlich bei der Flugmeldung in führender Position (er schickte „seine Leute“ nach Hause, bevor die Amerikaner kamen), kam nach Kriegsende ins Lager Glasenbach (Entnazifizierung).

Für meine Mutter war der „Anschluß“ der Beginn einer glücklichen Zeit, nach langer „Postenlosigkeit“ endlich eine Anstellung in ihrem Beruf (Lehrerin), außerdem war es ja ihre „Jugendzeit“, man mußte beim BDM sein um „dazuzugehören“ usw.

Was ich von meinen Eltern über die Vergangenheit gehört hatte, glaubte ich natürlich. Auch sonst  wurde wenig publik gemacht, und wenn doch, dann sagten sie, man solle doch nun endlich einmal aufhören, in der Vergangenheit zu stöbern oder zu wühlen oder was immer. (Daß sie nie mit dem Stöbern angefangen hatten, sagten sie nicht, aber daß ist mir erst viel später aufgefallen).

In der Schule wurde uns einmal ein von den Amerikanern gedrehter Film über die Befreiung einiger KZs gezeigt. Die Bilder von den Leichenbergen, den Schuhen, Koffern, Goldzähnen usw. und insbesonders die zu Skeletten abgemagerten überlebenden Häftlinge werde ich nicht vergessen. An eine Reaktion meiner Eltern, denen ich sicher davon berichtet habe, kann ich mich nicht erinnern.

Das ist so ziemlich alles, was ich in meiner Kinder- bzw. Jugendzeit über die Nazizeit  behalten habe, auch im Unterricht entstand in mir der Eindruck, daß der Weltkrieg nur durch Hitlers Maßlosigkeit und Selbstüberschätzung verloren wurde…

Für Geschichte und speziell die der jüngsten Vergangenheit habe ich mich immer sehr interessiert, las zB die ausführliche Hitlerbiografie von Hans Joachim Fest, später die Erinnerungen von Albert Speer und vieles von Überlebenden der Konzentrationslager. Daß die Befreiung Österreichs nur eine schöne Legende ist, wurde mir mit der Zeit immer klarer, da hat natürlich der „Herr Karl“ mitgeholfen und nachdrücklicher dann die Waldheim-Affäre. So wie viele andere konnte ich mit meinen Eltern nicht über die Vergangenheit sprechen bzw traute mich auch einfach nicht. Mein Vater starb 1972, meine Mutter wurde 86 Jahre alt und verstarb 1998.

Erst kürzlich las ich das Buch „Nachkriegskinder“ von Sabine Bode, in dem versucht wird, anhand von Berichten über und Interviews mit Angehörigen der Nachkriegsgeneration Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Ich habe in diesem Buch viel Bekanntes wiedergefunden, auch wenn meine Familie höchstwahrscheinlich nicht sehr „belastet“ war. Es kommt im Resümee des Buches sehr gut heraus, wie von allen Beteiligten gleich nach Kriegsende (eben dem“Zusammenbruch“) an der Vernebelung der Tatsachen gearbeitet wurde.

Auch wird klar, daß die streng autoritäre Erziehung der Generationen vor den Nazis die Grundlage, ja geradezu die Bedingung für das Emporkommen des ganzen Wahnsinns darstellt. Mehrmals wird auf den Film „Das weiße Band“ Bezug genommen, einige der interviewten Personen berichten, daß sie ähnliches selbst erlebt haben. Meine eigene Erziehung habe ich übrigens bei weitem nicht als so streng in Erinnerung, das wäre allerdings ein eigenes Thema…

 Eines hätte ich meine Eltern gern gefragt: Wenn keiner was gewußt hat, woher kommt dann der oft gebrauchte Ausdruck „bis zur Vergasung“ ??

 

 

November 2011  

 

 

 

 

Obatzda

 

(Unerreichbares Vorbild ist der Text „Hymne auf das Erdäpfelgulasch“ von H.C.Artmann)

Obwohl die Küche –so wie vieles andere – keine Grenzen kennt und die Globalisierung auch auf diesem Gebiet unaufhaltsam scheint, hat doch dieser in Bayern überall bekannte „Brotzeitaufstrich“ es noch nicht über den Inn herüber zu uns geschafft. Wahrscheinlich ist Bayern nicht exotisch genug und englisch ist es auch nicht – der Obatzte (fortan O. genannt) bleibt hier einem kleinen und exclusiven Kreise vorbehalten. Was ist nun aber das Typische am O.?  Hiezu das treffliche  Wikipedia:

„Der ursprüngliche Obatzte war eine Verwertung von alten Käseresten, insbesondere von Camembert und anderen Weichkäsen. Um ihn wieder schmackhaft zu machen, wird der reife bis überreife Käse mit Butter vermischt und Gewürz zugegeben, hauptsächlich Paprika sowie häufig noch Kümmel oder Zwiebel. Aus dieser traditionellen Variante hat sich eine Vielfalt von Rezepten entwickelt.

Bekannt wurde Obatzter in den 1920er Jahren, als ihn die Wirtin Katharina Eisenreich ihren Gästen im Weihenstephaner Bräustüberl in Freising servierte.[1] Seither gilt folgendes Rezept als das verbreitetste: Reifer Camembert wird mit schaumig gerührter Butter, sehr fein gehackten Zwiebeln, evtl. etwas Salz, Pfeffer, viel Rosenpaprika, Kümmel und etwas Weißbier zu einer Creme verarbeitet. Für die kräftigeren Varianten nimmt man Limburger oder Romadur, die milderen Varianten entstehen durch Zugabe von Quark oder Frischkäse. In Altbayern wird der Rezeptur auch gerne Bier, in Franken Wein zugefügt.“

Wikipedia berichtet weiter, der „Liptauer“ sei die österreichische Variante des O. Diese Behauptung kann gar nicht scharf (!?) genug zurückgewiesen werden, da die beiden Aufstriche außer der Farbe und dem Umstand, daß es sich eben um Aufstriche handelt, nichts gemei nsam haben …..

Also nein, so geht’s nicht. Ich verlasse jetzt die ohnehin viel zu großen Fußstapfen des verehrten H.C.. Dieser nämlich geißelt in seiner Abhandlung alle auch noch so geringen Abweichungen vom „einzig wahren“ Rezept für das Erdäpfelgulasch schlechthin, ist wahrscheinlich kein großer Koch gewesen der Gute. Ich aber weiß aus eigener und oftmaliger Erfahrung, daß man beim O. – wie übrigens auch beim Erdäpfelgulasch - praktisch nichts falsch machen kann (nur der Käs sollte wirklich weich bzw. reif sein), und schließlich schmeckt ja auch ein ordentlicher Liptauer sehr gut, wenn auch anders.

Abgesehen von den rigiden Vorstellungen bezüglich Zutaten und Zubereitung sind aber andere Anweisungen des H.C. durchaus nützlich und können zum Gelingen auch eines O. beitragen. Diese werde ich wohlweislich nicht irgendwie nachmachen sondern zitiere sie einfach:

„Man stelle nun zu beginn keinerlei yogaübungen an, allerdings sei man tadellos rasiert, der schnurrbart sei dem anlaß entsprechend gepflegt, man gehe noch einige minuten in den garten, betrachte das rosenrondell, erbaue sich kurz an den narzissen und schwertlilien, mache eine besinnliche runde um den teich, entwerfe tief durchatmend ein kleines gedicht.“

Na dann….

Dezember 2011